"Liebt euch und gönnt jedem die Wahrheit!" Jan Hus 1369-1415

    21.05.2019 von IRPB-Feldkirch

    Jan Hus & eine Reise in die Vergangenheit und Gegenwart der Stadt Konstanz

    Foto: Angelika Peböck-Spiegel

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    Aus Interesse am Konzil von Konstanz und den damit verbundenen Ereignissen um die Person Jan Hus reisten 13 Religionslehrer_innen am Samstag, den 18. Mai 2019 in die Stadt Constantia.

    Durch das Jan-Hus-Museum führte uns Frau Dr. Libuse Rösch. Aus ihren Erklärungen und Schilderungen spürten wir, wie sehr sie als Böhmin Jan Hus verehrt und wie wichtig es ihr ist, seine Vorbildwirkung lebendig zu halten. Jan Hus zeigte als Theologe Mut zum Denken, Mut zum Glauben und sogar Mut für seine Ideen zu sterben.

    Wie Martin Luther sich um die Vereinheitlichung der deutschen Sprache bemühen musste, um eine Übersetzung der Bibel zu ermöglichen, so musste auch Jan Hus anfangs die tschechische Sprache und deren Schriftzeichen auf einen Nenner bringen. Nur so war es ihm möglich, in der Landessprache theologische Werke zu schreiben und zu predigen. „Es ist meine Absicht, die Lesungen so auszulegen, dass sie so einfach wie möglich zu verstehen sind!“, sagte Jan Hus. Ist uns dies heute noch ein Anliegen? Verstehen unsere Schüler_innen unsere religiöse Sprache?

    Seine Arbeit am und mit dem Wort Gottes bestärkte ihn in seinen Reformansätzen, welche er beim Konzil 1414 darlegen wollte. Jan Hus kam im Glauben, dass durch Gespräche und Diskussionen Unstimmigkeiten in der Kirche (Ablasshandel, Machtstrukturen, die Erlösungsfrage …) geklärt werden können. Leider war dem nicht so! Er wurde als Ketzer am 6. Juli 1415 verbrannt. Seine Asche wurde in den Rhein gestreut, damit er und seine Lehren so schnell wie möglich in Vergessenheit geraten sollten. – Etwas beschämt, aber reich beschenkt an historischen Geschichten verließen wir am Mittag das Museum.

    In der Pause erlebten wir die Lebendigkeit der Stadt Konstanz. Viele Gäste füllten die Gassen und die Lokale.

    Dank der Nähe zur Schweiz wurde Konstanz während des 2. Weltkrieges nie bombardiert, dadurch sind die meisten Häuser aus früheren Zeiten noch bestens erhalten.

    Frau Onken, unsere Stadtführerin, ließ auf dem Weg vom Konzilsgebäude zum Münster die Konstanzer Geschichte lebendig werden. Zu fast jedem Haus hatte sie etwas Historisches bzw. eine Anekdote zu erzählen. In der Basilika minor angekommen, schloss sich der Kreis rund um die Berichte vom Konzil. War doch die Kirche zur Lieben Frau auch Sitzungsort der 45 Konzilsversammlungen. Selbstverständlich interessierten wir uns auch für die Darstellungen in der Krypta (Hl. Pelagius und Hl. Konrad). Zeit für einen schnellen Blick in die Mauritiusrotunde, um uns vom lächelnden Engel mit seiner guten Laune stärken zu lassen, fanden wir auch noch.

    Dank der öffentlichen Verkehrsmittel (Zug, Bus und Fähre) konnte sich unser CO2-Fußabdruck an diesem Tag sehen lassen! Ein Highlight war u. a. der Lokführer des Zuges von Friedrichshafen nach Lindau. Nicht nur, dass er in Friedrichshafen seine Lok nochmals abbremste, um die verspäteten Fahrgäste aus Vorarlberg noch einsteigen zu lassen, erwies er sich auch noch als romantischer Reiseführer, als wir über den Lautsprecher auf die wunderbare Stimmung am See kurz vor Lindau von ihm aufmerksam gemacht wurden. Wir schimpfen nie wieder über die DB, sondern reisen sicherlich bald wieder in die Konzilsstadt Konstanz, in der es noch viel zu entdecken gibt.    

    Christine Fischer-Kaizler