Lebenswelten Jugendlicher in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino
Die Jugendstudien von 2021 und 2026 beleuchten die Lebenswelten Jugendlicher in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino und geben einen umfassenden Einblick in ihre Werthaltungen, Lebensrealitäten und Zukunftsperspektiven.
Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino vereint drei eng verflochtene, zugleich aber politisch und institutionell unterschiedlich organisierte Teilräume. Unterschiede in Bildungssystemen, politischen Strukturen und Sprachräumen - insbesondere das Zusammenwirken von Deutsch, Italienisch und Ladinisch - schaffen einen vielschichtigen Kontext, in dem Jugendliche aufwachsen und ihre Werthaltungen ausbilden.
Vor diesem Hintergrund ermöglichen die Studien, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Lebenswelten und Orientierungen Jugendlicher über Regionsgrenzen hinweg systematisch herauszuarbeiten. Die empirischen Befunde bieten eine wichtige Grundlage für Akteur:innen in Politik, Bildung, Arbeitsmarkt, Wissenschaft und Jugendarbeit, um regionale Spezifika zu berücksichtigen und Maßnahmen zu entwickeln, die an tatsächlichen Lebensrealitäten und Bedürfnissen junger Menschen in der Europaregion ansetzten.
Die Studie “Lebenswelten Jugendlicher in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino” knüpft an die erste Befragung von 2021 an und richtet den Blick erneut auf die Lebenswelten von 14- bis 18-jährigen Jugendlichen in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. Sie soll vertiefte Einblicke in Werthaltungen, Einstellungen und Alltagsrealitäten junger Menschen liefern und eine Grundlage für künftige Trendanalysen im Zeitverlauf schaffen.
Die Datenerhebung erfolgt aktuell mittels standardisierter Onlinebefragung. Abgefragt werden unter anderem Gesundheit und Freizeitgestaltung, schulische und berufliche Ziele, wahrgenommene Mitgestaltungsmöglichkeiten sowie Zukunftserwartungen. Zusätzlich werden Wertorientierungen in Politik, Religion und Privatleben sowie Einstellungen zu Inklusion und zum Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Herkunftsgeschichten erfasst.
Durch das repräsentative Design soll die Studie eine breite empirische Grundlage bieten. Nach Abschluss der Erhebung wird sie ermöglichen, Entwicklungen seit 2021 nachzuzeichnen und zu analysieren, wie sich Werthaltungen und Perspektiven Jugendlicher in der Zeit nach der COVID-19-Pandemie und vor dem Hintergrund aktueller Gesellschaftlicher Herausforderungen - etwa Krieg und Klimakrise - verändern.
Die Studie “Lebenswelten der Jugendlichen in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino 2021” knüpft an die österreichweite Untersuchung “Lebenswelten 2020 - Werthaltungen junger Menschen in Österreich” an und erweitert diese Perspektive auf die gesamte Europaregion. Ziel war es, ein aktuelles und möglichst differenziertes Bild der Lebensrealitäten von Jugendlichen in Tirol, Südtirol und Trentino zu gewinnen und damit eine bisher bestehende Forschungslücke zu schließen.
Insgesamt nahmen mehr als 6.300 Jugendliche im Alter von 14-16 Jahren an der Studie teil. Die Befragten stammen aus alles Bezirken der drei Regionen, aus unterschiedlich Schulformen und vielfältigen sozioökonomischen Kontexten. Durch diese breite Streuung der Stichprobe wird eine differenzierte Betrachtung jugendlicher Lebenswelten ermöglicht. Die Datenerhebung erfolgte computergestützt und wurde - abhängig von der Region - im Herbst und Winter 2020/21 durchgeführt.
Im Mittelpunkt standen die individuellen Einstellungen, Werthaltungen und Zukunftsvorstellungen der Jugendlichen. Erfasst wurden unter anderem ihre Erwartungen an ihre berufliche und persönliche Zukunft, ihre Sicht auf Schule und Ausbildung sowie ihre Möglichkeiten zur Mitgestaltung. Darüber hinaus wurden gesellschaftlich relevante Themen wie politische Einstellungen, Religio, Inklusion und das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft einbezogen. Auch Aspekte des Freizeitverhaltens, des subjektiven Wohlbefindens und der Gesundheit wurden berücksichtigt.
Die Erhebung fand während der COVID-29-Pandemie statt, die den Alltag junger Menschen in vielerlei Hinsicht geprägt und verändert hat. Dieser Kontext ist für die Einordnung der Ergebnisse wesentlich. Die Konzentration auf die Altersgruppe der 14- bis 16-jährigens ist bewusst gewählt, da sich Jugendliche in dieser Phase intensiv mit Fragen der eigenen Lebensgestaltung auseinandersetzen und wichtige Bildungs- und Zukunftsentscheidungen treffen. Ihre Perspektiven geben nicht nur Einblick in aktuelle Lebenslagen, sondern liefern auch Hinweise darauf, wie sich gesellschaftliche Entwicklungen in der Euregio künftig gestalten könnten.