Inklusive Impulse

    11.04.2018 von Institut für Lehrer/innenbildung, KPH

    Studientag der Bildungswissenschaftlichen Grundlagen am Hochschulstandort Stams

    Am 5. April 2018 fand für Lehrende im Bereich der Bildungswissenschaften der Sekundarstufe ein Studientag zum Thema „Diversität und Inklusion in der LehrerInnenbildung“ statt. Prof. Dr. Thomas Hoffmann von der PH Ludwigsburg und künftiger Professor an der Universität in Innsbruck zeigte in einem spannenden Vortrag das breite Feld einer inklusiven Pädagogik auf. Darin ging er auf folgende vier Thesen ein:

    These 1: Der Begriff der Diversität fokussiert im aktuellen Inklusionsdiskurs vornehmlich auf die Anerkennung individueller Unterschiede und blendet dabei sozioökonomische Ungleichheit und gesellschaftliche Machtverhältnisse systematisch aus.

    These 2: Der Universalitätsanspruch einer Inklusiven Pädagogik als „Allgemeine Pädagogik“ oder „Pädagogik für alle“ läuft angesichts der Heterogenität sozialer Exklusionspraktiken in Gefahr, die gesellschaftliche Realität von Behinderung und sozialer Benachteiligung zu verfehlen.

    These 3: Das Konzept der Neurodiversität kann als Beispiel dafür gelesen werden, wie die Anerkennung von Diversität zu einer Verkennung sozialer Bedingungen und in der Folge zu einer Naturalisierung gesellschaftlicher Machtverhältnisse und struktureller Gewalt führt.

    These 4: Jedem Kind kann auf jeder Entwicklungsstufe jeder Lehrgegenstand in einer intellektuell redlichen Form erfolgreich gelehrt werden.

    Dieser Input regte die zahlreichen Anwesenden des Entwicklungsverbundes West (Universität Innsbruck, PH Tirol, PH Vorarlberg, KPH Edith Stein) zum Nachdenken und Diskutieren an und führte zu Ausarbeitungen einer inhaltlichen Umsetzung des Themas Inklusion im Curriculum. Die konstruktive Zusammenarbeit aller Institutionen und die gute Stimmung an diesem Tag widerspiegeln das Bestreben aller Beteiligten, Studierenden eine qualitätsvolle Ausbildung zu gewährleisten, in der eine inklusive Haltung verankert ist.